„Das machen wir nächstes Jahr noch einmal“. So lautet das durchweg positive Fazit der Projekttage unserer Schule.

Nach mehrjähriger Pause haben sich Schüler- und Lehrerschaft der Maria-von-Linden-Schule in Heidenheim dazu entschlossen, in diesem Jahr zwei Projekttage zum Schuljahresende zu veranstalten. Und das mit überwältigendem Erfolg. Egal ob kreativ, sportlich oder informativ, alle Projekte kommen zu dem Schluss, dass die offene Lernatmosphäre nicht nur die Interessen der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer berücksichtigt hat, sondern auch den Spaß an der Schule fördert.

Zur Auswahl standen mehr als 30 Projekte, die überwiegend von den Schülerinnen und Schülern selbst initiiert und betreut wurden. So mancher stand dieser von der SMV gewünschten, unter Mithilfe der Verbindungslehrer Frau Schöne und Herrn Beck betreuten Selbstorganisation zunächst skeptisch gegenüber. Doch diese Zweifel wurden schnell ausgeräumt. Die jugendlichen Projektleiterinnen und -leiter entwarfen eigene Präsentationen oder sogar ganze Skripte für ihr Projektthema. Dabei wurden zum Teil auch die Rollen getauscht. Manch Kollege lauschte gebannt den Vorträgen der Schülerinnen und Schüler und konnte dabei auch noch etwas lernen. Einige Projekte wurden sogar außerhalb des Schulhauses abgehalten, um Reiten oder Wassersport betreiben zu können.

Mit vollem Körpereinsatz ging es bei der Ballsportgruppe voran. Wer sich mal so richtig auspowern wollte, konnte beim Volleyball oder Fußball sein Talent unter Beweis stellen. Dabei ging es in abenteuerlichem Tempo hin und her. Ein Sieg gegen das Lehrerteam ist nicht zuletzt ein ganz besonderer Erfolg für das Schülerteam gewesen.

Foto Ballsport

Mit nicht weniger körperlichem Einsatz gingen die Damen der Nähgruppe ans Werk. Aus nachhaltigen Stoffen schufen sie innerhalb von nur zwei Tagen ihre eigenen Kleider oder Shirts. Dabei wurde gezielt darauf geachtet, dass alle Schritte von Hand selbst durchgeführt wurden. Wie man sieht, kann die selbstkreierte Mode auf den Laufstegen dieser Welt durchaus mithalten.

Foto Nähen

Wie multikulturell unsere Welt doch ist, zeigte sich an der Anzahl der Projekte zu verschiedenen Sprachen. Hier konnte jeder grundlegende sprachliche Fähigkeiten in Italienisch, Spanisch oder sogar in Chinesisch erwerben. Jede dieser Gruppen beschränkte sich allerdings nicht bloß darauf, Sprachkenntnisse zu erweitern, es wurde stattdessen ein umfangreiches kulturelles Hintergrundbild geschaffen. Und wer kann sich dem Genuss des lateinamerikanischen Zumbas oder der italienischen Gourmet-Spezialitäten schon entziehen?

Foto China, Zumba, Italoessen

Wer eher auf fruchtige Freuden für den Gaumen steht, konnte sich in der Cocktail-Gruppe verwöhnen lassen, natürlich streng alkoholfrei. Es wurden herrlich aussehende Cocktails nach Originalrezepten zubereitet, genau das Richtige bei dem warm-schwülen Sommerwetter. Darüber hinaus konnten die Schülerinnen und Schüler selbst kreativ werden und ihre eigenen Cocktail-Mischungen entwerfen, welche in einer Bar im Foyer regen Anklang fanden. Prost, auf ein gelungenes Projekt!

Foto Cocktails

Wer auf andere Weise kreativ sein wollte, konnte seinen Taschenkalender, nach dem Handy das zweitwichtigste Utensil eines jeden Schülers, aufmöbeln. Dabei konnte von Stoffen über Zeitschriften bis hin zu Stickern und Glitzer alles verwendet werden. Wer kann schon von sich behaupten, einen komplett individuell gestalteten Kalender zu besitzen?

Foto Kalender

Wem das Verschönern des eigenen Kalenders zu einfach war, der konnte gleich am lebenden Objekt üben. Im Salon der Körperpfleger konnten interessierte Schülerinnen und Schüler neue Styles entdecken. Make-Up, Haarschnitt und Nägel wurden optimal an die Gesichtszüge und den Hauttyp der einzelnen Probandinnen angepasst. Auf diese Weise lernten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht nur, wie man Schminkutensilien optimal einsetzt, sie erhielten auch gleich eine kostenlose Style-Beratung dazu.

Foto Frisöre

Eine Beratung erhielten auch die Teilnehmerinnen des Projektes, das sich mit glutenfreien Nahrungsmitteln beschäftigte. Ziel war es, ein ausgewogenes, gesundes und trotzdem schmackhaftes Frühstück zu zaubern. Glutenfreie Produkte können nämlich auch lecker sein. Durch den Besuch im Bioladen lernten die Schülerinnen viele neue Produkte kennen und erweiterten ihren Ernährungshorizont.

Foto Glutenfrei

Dass auch die Lehrerinnen und Lehrer ihren Horizont erweitern konnten, wurde in der Powerpoint-Gruppe deutlich. Mittels moderner Technik konnten die Schüler beweisen, dass sie echte Profis am PC sind und der älteren Generation zeigen, mit welchen Tricks eine gelungene Präsentation entsteht.

Foto Powerpoint

Modernste Technik kam auch bei der Portrait-Fotografie zum Einsatz. Ein Foto schießen kann jeder, aber erst die richtigen Lichtverhältnisse und Kameraeinstellungen machen ein Portrait zu einer guten Aufnahme. Wie das Optimum aus einem Model herausgeholt werden kann, zeigt das untere Beispiel.

Foto Foto

Eine ganz andere Technik legten auch die Armstricker an den Tag. Wolle wurde ohne weitere Hilfsmittel um die Hand gewickelt und mit Hilfe einer Online-Anleitung zu beeindruckenden Produkten verstrickt. Wer hier den Durchblick wahrte, konnte sich am Ende mit einem famos Schal oder einer hübschen Tasche belohnen.

Foto Armstricker

Belohnen konnten sich auch die Hefeteig-Bäckerinnen mit ihren eigens hergestellten Nahrungsmitteln. Am ersten Tag wurden in den schuleigenen Küchen salzige Teige im neuen Pizzaofen zubereitet, die herzhaft belegt wurden. Auf diese Weise entstanden neben Pizza und Brot auch leckere Hefeschnecken. Dass Hefeteig auch für Süßspeisen geeignet ist, wurde am zweiten Tag bewiesen. Diesmal entstanden süße Nusshörnchen oder herrliche Apfelkuchen. Selbst Dampfnudeln wurden fabriziert und anschließend natürlich auch verzehrt. Guten Appetit!

Foto Küche

Nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch die anderen Sinne wurden in den Projekttagen geschärft. So gab es in dem Gitarrenkurs für Anfänger etwas auf die Ohren. Auch wenn kein neuer Jimi Hendrix entdeckt wurde, so konnte am Ende doch jeder Teilnehmer die Akkorde von Lady in Black problemlos nachspielen.

Foto Gitarrenkurs

Auch visuelle Reize wurden angesprochen. Die Anime und Manga Gruppe zeigte höchste Kreativität bei der Erstellung eigener Zeichnungen. An populären Vorlagen wurde geübt, bekannte Figuren nachzuzeichnen. Aber auch die eigene Kreativität kam nicht zu kurz. So konnten viele Phantasiefiguren geschaffen werden.

Foto Manga

Mit verschiedenen Düften arbeitete die Projektgruppe rund um das Thema Seife. Die Schülerinnen konnten im Chemielabor ihre eigenen Aromastoffe zusammenmischen und daraus eigene Seifen oder individuellen Lipgloss herstellen. Unter ständigem Rühren entstanden hervorragende Produkte, die leider nicht käuflich zu erwerben sind.

Foto Seife

Mit dem Thema Konsum und fairer Handel beschäftigte sich eine weitere Gruppe, die in ihrem Projekt einen Bericht erstellte, der darlegt, dass Fairtrade-Produkte gar nicht viel teurer als herkömmliche Produkte sind, dafür aber einen wichtigen sozialen Beitrag für das Leben in der Einen Welt liefern. Damit leistete die Gruppe einen wichtigen Teil auf dem Weg zur Zertifizierung der MvL als Fairtrade-Schule.

Foto Fair

Dass unsere Schule offen für viele sinnvolle Dinge ist, belegt auch die Tatsache, dass extra ein Muay Thai Trainer eingeladen wurde, der interessierten Schülerinnen und Schülern diese asiatische Kampfsporttechnik näherbringen konnte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten in der Turnhalle grundlegende Techniken zur Selbstverteidigung und wie im Handumdrehen Angreifer mit einfachsten Mitteln zu stellen sind.

Foto Muay Thai

Darüber hinaus gab es etliche weitere Projekte, die sich mit ganz verschiedenen Themen auseinandersetzten. Vom Schnupperpraktikum in fremden Schulen über das Leben im Wald bis hin zur Krebshilfe. Zuletzt sollte ein Projekt nicht unerwähnt bleiben, das sich mit der Verschönerung des SMV-Zimmers beschäftigte. Ein kurzer Besuch im Baumarkt und diversen Einrichtungsmärkten legte den Grundstein für die Generalüberholung des Raumes. Entstanden ist ein gemütliches Ambiente mit asiatischem Touch, das alle Schülerinnen und Schüler zum Verweilen einlädt.

Foto SMV-Raum

Unter solch angenehmen Arbeitsbedingungen lässt sich die nächste Projektwoche hervorragend planen, sodass einem solchen Ereignis im nächsten Schuljahr nichts mehr im Wege steht. Der Dank geht an alle Projektleiterinnen und Projektleiter sowie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die dazu beigetragen haben, dass die Projekttage ein voller Erfolg wurden.

Jan Rennau