Im Rahmen der Projekttage an der MvL haben drei Schüler die Preise von fair gehandelten Lebensmitteln genauer unter die Lupe genomen. Hier das Ergebnis:

Da ein häufiges Gegenargument bezüglich des Kaufs von fair gehandelten Produkten der zu hohe Preis ist, haben wir den angeblich unzumutbaren Preis überprüft.

Wir haben in unterschiedlichen Lebensmittelgeschäften Heidenheims die Preise von fair gehandelten Produkten und konventioneller Ware verglichen.

Dabei ließ sich keine klare Regel feststellen. Wir sind auf Negativbeispiele gestoßen, die aus für uns unersichtliche Gründen hohe Preise verlangt haben, wie zum Beispiel das „Crunchy Muesli Zartbitterschokolade und Haselnüsse“ von Brüggen im Kaufland für 7,71€/kg und dabei auch noch einen FairTrade Anteil von lediglich 32% aufweist.

Meistens wurden wir aber eher positiv überrascht, da die Preisunterschiede sehr wohl vertretbar waren. Beispielsweise ist der FairTrade Mango Nektar von Dietz im Kaufland nur 0,10€ teurer als sein konventioneller Vertreter vom gleichen Hersteller.

Ein FairTrade Chardonnay (Weißwein), trocken, Jahrgang 2014 aus Südafrika kostest 4,79€/l (Fair gehandelter Anteil: 100%). Die „normal“ gehandelte Version aus dem darauffolgenden Jahrgang kostet 3,32€/l. Natürlich ist hier ein deutlicher Preisunterschied festzustellen. Allerdings sollte man das in Relation zur Verwendung sehen. Weißwein trinkt man nicht jeden Tag und auch nicht in großen Mengen. Sollte man ihn nur zum Kochen verwenden, benötigt man noch weniger davon. Somit wirkt sich dieser Preisunterschied kaum aus.

Bei unserer Recherche stießen wir auch auf FairTrade-Produkte, die günstiger waren, als Vergleichsproduke. Der faire Jasminreis im Kaufland kostet 2,98€/kg, während der „normale“ Jasminreis 3,99€/kg kostet. Hier ist das faire Produkt um über 25% billiger! Da sollten selbst notorische Nein-Sager besänftigt sein.

Auch beim Kaffee waren die FairTrade-Varianten teilweise günstiger. Der teure Kaffee „Feine Milde 100% Arabica gemahlen“ von Tchibo mit 11,98€/kg ist ein Beispiel für die herkömmlichen Kaffees. Trotz des hohen Preises, der auch auf den Markennamen zurückzuführen ist, wird dieser Kaffee viel gekauft. Der „Café Latina FairTrade Arabica“ aus dem Netto kostet nur 10,98€/kg. Wer also den zuerst genannten Kaffee trinkt, sollte sich nicht über die „zu hohen“ Preise der fair gehandelten Produkte beschweren, denn diese können sehr wohl auch billiger sein. Auch Leute, die billigeren Kaffee bevorzugen kommen auf ihre Kosten. Der konventionelle „Montana Premium“ von Melitta aus dem Kaufland kostet 9,98€/kg. Der „FairTrade Arabica Kaffee“ von BioPur, im selben Geschäft erhältlich, kostet allerdings genauso viel. Demnach sind auch hier keine Ausreden möglich.

Bei Schokolade können wir genauso schöne Ergebnisse liefern. Besonders Rewe beeindruckt hier, da sie mehrere Sorten fair gehandelter Schokolade für nur 0,79€/100g anbieten. Der Anteil der fair gehandelten Zutaten liegt hier je nach Sorte zwischen 62,6% (Nougat) und 99,5% (Zartbitter). Die beliebtesten Marken Milka (Regelpreis: 1,09€/100g) und Ritter Sport (Regelpreis: 0,99€/100g) sind wesentlich teurer. „Die gute Schokolade“ kostet in Kaufland und Rewe 1€ und ist ebenfalls fair gehandelt. Der Hersteller dieser Schokolade beteiligt sich zusätzlich am Projekt Plant for the Planet und schafft es dennoch seine Schokolade billiger anzubieten, als Milka. Ebenfalls zu erwähnen ist es, dass die Schokoladen der FairTrade-Company „GEPA“ im Weltladen Heidenheim billiger sind, als in anderen Lebensmittelgeschäften.

Oft ist der einzige Grund, warum wir nicht zu FairTrade-Produkten greifen, obwohl sie kaum oder nicht teurer sind, wenn nicht sogar billiger, unsere festsitzenden Einkaufgewohnheiten oder die Ablehnung gegenüber Neuem. Dies zu ändern ist nicht schwer, wenn man den Willen dazu hat und sich bewusst macht, was es bedeutet fairen Handel zu unterstützen. Denn über vieles worüber wir uns täglich ärgern, können arme Bauern und Arbeiter in Dritt-Welt-Ländern nur lachen. Dort arbeiten die Menschen zu Löhnen mit denen sie kaum ihre Familien ernähren können unter Arbeitsbedingungen, die für uns kaum vorstellbar sind, nur um unseren Bedarf an Luxusgütern zu decken. Daher tragen auch wir eine große Verantwortung an den Lebensbedingungen dieser Menschen. Faire Löhne sind ein großer Schritt in die richtige Richtung und ermöglichen den Arbeitern ein menschenwürdiges Leben. Vielleicht sollten wir nicht vergessen, dass es uns genauso gehen würde, wenn wir in diesen Gebieten geboren wären.